Meldungen

 

11.04.2026: Einweihung grenzüberschreitender Wanderweg Hřensko - Schmilka mit Nationalparkleitern

Am 11. April 2026 wurde die neue grenzüberschreitende Wanderroute zwischen Hřensko und Schmilka feierlich eröffnet. Die rund drei Kilometer lange Strecke verbindet die Nationalparks Böhmische und Sächsische Schweiz und schafft eine naturnahe Alternative zur bisherigen Route entlang der Straße. Nach umfassenden Umweltprüfungen konnte der Weg außerhalb sensibler Bereiche realisiert werden und steht nun ganzjährig für Wandernde zur Verfügung. (25.3.2026)


19.03.2026: Fast 20 Freiwillige mit dem Bergwaldprojekt bei der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz im Einsatz für naturnahe Wälder

Im März 2026 waren rund 20 Freiwillige im Rahmen des Bergwaldprojekts in den Wäldern der Sächsischen Schweiz im Einsatz. Sie unterstützten die Nationalpark- und Forstverwaltung bei Pflege- und Pflanzarbeiten, etwa durch das Pflanzen von Schwarzerlen entlang von Bächen, das Freistellen vitaler Bäume und die Pflege von Waldrändern. Ziel ist der Umbau hin zu naturnahen, klimastabilen Mischwäldern sowie der Schutz von Ökosystemen. Gleichzeitig sensibilisiert das Projekt die Teilnehmenden für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen und vermittelt durch praktische Arbeit und Exkursionen ein besseres Verständnis für die Bedeutung der Wälder. (19.3.2026)


02.02.2026: Wissenschaftlicher Beirat der Nationalparke Böhmische und Sächsische Schweiz tagt grenzübergreifend

Bei einem Treffen des Wissenschaftlichen Beirats der Nationalparke Böhmische und Sächsische Schweiz in Bad Schandau tauschten Forschende aktuelle Ergebnisse aus Monitoring- und Forschungsprojekten aus. Themen waren unter anderem die Artenvielfalt auf den Waldbrandflächen von 2022, das grenzüberschreitende Rotwild-Monitoring, die Verbreitung des Feuersalamanders sowie der Zustand des seltenen Lebermooses Hygrobiella laxifolia. Untersuchungen zeigen, dass auf den Brandflächen viele seltene Arten vorkommen, darunter auch solche, die speziell nach Waldbränden auftreten. Der grenzüberschreitende Beirat aus deutschen und tschechischen Fachleuten koordiniert Forschung und Monitoring im Elbsandsteingebirge und trifft sich regelmäßig, um Ergebnisse auszutauschen und zukünftige Projekte zu planen. (2.2.2026)


16.01.2026: Besondere Waldpflege für einen besonderen Wald bei Hohnstein am Brand im Nationalpark

Im Brandgebiet bei Hohnstein im Nationalpark Sächsische Schweiz werden Wälder im sogenannten Pflegebereich gezielt gepflegt, um artenreiche und naturnahe Mischwälder zu erhalten. Dabei fördern Förster besonders seltene Baumarten wie Weißtanne, Eiche, Ahorn oder Linde und schaffen durch vorsichtige Durchforstung mehr Licht für junge Bäume. Die Arbeiten erfolgen schonend mit Forstwirten und Rückepferden, damit Boden und junge Bäume geschützt werden. Gleichzeitig werden gefährliche Bäume entlang von Wegen entfernt, Totholz als Lebensraum erhalten und Restholz gesammelt, um das Waldbrandrisiko zu verringern. (16.1.2026)


30.12.2025: 165.000 Bäume und Sträucher in der Nationalparkregion Sächsische Schweiz gepflanzt

2025 hat die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz rund 165.000 Bäume und Sträucher auf 78 Hektar im Landeswald und im Pflegebereich des Nationalparks gepflanzt. Ziel ist der Waldumbau zu vielfältigen, strukturierten und klimastabilen Mischwäldern. Gepflanzt wurden unter anderem Tanne, Buche, Ahorn, Eiche, Kiefer und Lärche, außerdem Erlen an Bächen sowie verschiedene Sträucher für artenreiche Waldränder. Die Pflanzungen dienen auch der Wiederbewaldung von Borkenkäferflächen, der Aufwertung von Feuchtbiotopen und dem Waldbrandschutz. Die Maßnahmen ergänzen die natürliche Verjüngung des Waldes und setzen den langfristigen Waldumbau in der Region fort. (30.12.2025)


26.11.2025: Grenzüberschreitender Workshop des Interreg-Projekts TransForMon

Am 26. November 2025 fand in Litoměřice der erste grenzüberschreitende Workshop des Interreg-Projekts TransForMon statt. Vertreterinnen und Vertreter der wissenschaftlichen Institutionen von der Charls-Universität Prag und der TU Dresden sowie der Nationalparkverwaltungen kamen zusammen, um über die bisherigen Produkte des Projektes zu diskutieren und zukünftige Arbeiten zu besprechen. Das Programm umfasste die Vorstellung des neuen öffentlichen zugänglichen TransForMon-Webportal für die Öffentlichkeit, einen Einblick in den entstandenen Datenkatalog über v. a. Orthofotos und Luftbilder von der Böhmischen und Sächsischen Schweiz bis in die 1950er hinein und die Datenbank über Waldprojekte, die in den beiden Nationalparks stattgefunden haben sowie Berichte zu aktuellen und zukünftigen UAV- und Vegetationsdatenerhebungen.

Der zweite Teil des Workshops richtete den Blick auf die nächsten Projektschritte. Vorgestellt wurden geplante Arbeiten zur Analyse der Waldentwicklung und Waldgesundheit, zu virtuellen Waldspaziergängen sowie zum Aufbau eines grenzüberschreitenden Datenportals für die Nationalparkverwaltungen. Zudem wurden Konzepte zur stärkeren Einbindung von lokalen Gruppen wie Schulen, lokalen Initiativen oder Organisationen diskutiert. Abschließend präsentierte die Projektleitung erste Ideen vom Aktionsplan für die grenzüberschreitende Kommunikation mit der Öffentlichkeit in den Nationalparks und von der grenzüberschreitenden Strategie für die Erfassung, Harmonisierung und den Austausch von Walddaten in den Nationalparks.

Besonders wertvoll war das erste persönliche Kennenlernen der Projektpartnerinnen und -partner vor Ort. Der direkte Austausch und die lebhaften Diskussionen schufen eine sehr konstruktive Atmosphäre und erwiesen sich als äußerst produktiv und wegweisend für die nächsten Schritte im Projekt. Der Workshop endete mit wichtigen Impulsen für die Fortsetzung der Zusammenarbeit im Jahr 2026 und 2027. (26.11.2025)


14.11.2025: Waldarbeiten in der Viehleite haben begonnen - Maßnahmen für Baumgesundheit und Naherholung

Die Stadt Pirna führt am Rand der Viehleite Waldarbeiten durch, bei denen vor allem vom Borkenkäfer geschädigte und bruchgefährdete Fichten entfernt werden. Ziel der Durchforstung ist es, den Laubwald zu pflegen und die Arten- sowie Strukturvielfalt zu fördern, damit klimafitte Wälder entstehen. Die Arbeiten werden von der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz unterstützt und sollen etwa vier Wochen dauern. Während dieser Zeit kann es zu Einschränkungen für Wanderer, Geräuschen und möglichen Schäden an Forstwegen kommen, die später wieder repariert werden. (14.11.2025)


Monitoring-Programmes

Moderne Überwachungsmethoden sichern heute wertvolle Erkenntnisse über die ökologischen Veränderungen in der Region. Ein Kernstück ist das grenzüberschreitende INTERREG-Projekt „TransForMon“, das ein standardisiertes Waldmonitoring mittels Fernerkundung in den sächsisch-böhmischen Wäldern etabliert. Auch die Tierwelt steht unter genauer Beobachtung: Seit 2024 beteiligt sich die Verwaltung am bundesweiten Monitoring des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA), wobei speziell die Bestände von Spechten und Kleineulen wie Sperlings- und Raufußkauz erfasst werden. Im Forschungsprojekt REDEMA werden zudem Rothirsche und Grauwölfe mit GPS-Halsbändern ausgestattet, um deren Wanderbewegungen und den Einfluss auf die Waldverjüngung zu analysieren. Selbst kleinste Bewohner werden nicht vergessen: Mittels Fotofallen und Spurtunneln wird nach seltenen Bilchen wie der Haselmaus oder dem verschollenen Gartenschläfer gesucht. Diese umfangreichen Daten dienen als Grundlage für ein effektives Wildtier- und Waldmanagement.

  • Quellen: Newsletter SandsteinSchweizer 1-2025, 3-2025, 9-2025, 12-2025, 2-2026, 3-2026.

Waldschäden und Gefahren

Der Klimawandel stellt die Wälder vor große Belastungen durch Trockenheit und Extremwetter. Nach den massiven Schäden durch Hitze und Borkenkäfer in den Jahren 2018/2019 liegt ein Schwerpunkt auf der schnellen Bekämpfung neuer Befallsherde. Um die Ausbreitung der Käfer zu stoppen, wird befallenes Holz zügig abtransportiert oder in Zwischenlagern deponiert, die mindestens 500 Meter vom nächsten Nadelwald entfernt sind. Eine weitere große Gefahr ist der Waldbrand, dem durch neue Waldbrandschutzkonzepte und die Installation moderner Sensoren begegnet wird. Aufgrund der humusarmen Sandböden und trockener Nadelstreu besteht oft ganzjährig ein hohes Brandrisiko, weshalb das strikte Feuerverbot im Wald regelmäßig durch Ranger und die Polizei kontrolliert wird. Zudem werden grenzüberschreitende Einsatzrouten für die Feuerwehr ertüchtigt und gemeinsame Übungen mit tschechischen Partnern durchgeführt, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Neben natürlichen Gefahren belastet auch Vandalismus, wie beschädigte Schilder oder verunstaltete Waldtoiletten, die Verwaltung und die Infrastruktur für Besucher.

  • Quellen: Newsletter SandsteinSchweizer 1-2025, 2-2025, 3-2025, 4-2025, 5-2025, 7-2025, 9-2025, 10-2025, 11-2025, 2-2026.

Waldentwicklung und Waldumbau

In der Nationalparkregion Sächsische Schweiz wird intensiv an der Zukunftsfähigkeit der Wälder gearbeitet. Während in den Kernzonen des Nationalparks das Prinzip „Natur Natur sein lassen“ gilt, lässt sich insbesondere auf dem „Weg zur Wildnis“ oberhalb von Schmilka beobachten, wie nach Störungen durch Sturm, Borkenkäfer oder Waldbrand ein vielfältiger Naturwald mit Pionierbaumarten wie Birken und Ebereschen von selbst nachwächst. Um diese Entwicklung zu unterstützen, wetteifern junge Bäume dort bereits kräftig um das Sonnenlicht. Außerhalb dieser Ruhebereiche fördern die Revierleiter aktiv den Umbau zu klimastabilen Mischwäldern, wobei das Ziel bei mindestens zehn verschiedenen Baumarten nebeneinander liegt. Im Rahmen von Projekten wie dem „Bergwaldprojekt“ werden gezielt Arten wie die Weißtanne, Rotbuche oder Schwarzerle gepflanzt. Um den Waldboden bei diesen Pflegemaßnahmen zu schonen, kommt in schwierigen Hanglagen moderne Technik wie der Seilkran zum Einsatz, der die Stämme fast ohne Bodenberührung nach oben transportiert. Auch im Nassen Grund finden gezielte Entnahmen von Fichten statt, um verbleibenden Bäumen mehr Kronenfreiheit zu verschaffen und die Stabilität des Bestandes zu erhöhen.

  • Quellen: Newsletter SandsteinSchweizer 1-2025, 2-2025, 4-2025, 10-2025, 11-2025, 12-2025.

Wald im Umbruch im Nationalpark Sächsische Schweiz – Naturerlebnis bleibt weiterhin möglich

Das Video zeigt ein Gespräch zwischen Nationalparkleiter Ulf Zimmermann und der MDR-Wettermoderatorin und Meteorologin Michaela Koschak. Vor Ort erklärt Zimmermann, warum in den letzten Jahren viele Fichten im Nationalpark durch Borkenkäfer abgestorben sind und welche Maßnahmen die Nationalparkverwaltung ergreift. Dazu gehören vor allem das Freihalten von Wegen und das Informieren der Besucher über Gefahren durch abgestorbene Bäume. Außerdem besuchen sie eine Waldfläche, die 2007 stark vom Borkenkäfer betroffen war, auf der inzwischen von selbst junge Bäume nachgewachsen sind. Das zeigt, dass sich der Wald natürlich erholen kann und sich langfristig positiv entwickelt. (1.7.2021)


Der Borkenkäfer im Nationalpark

Das Video erklärt, welche Rolle Borkenkäfer im Wald eines Nationalparks spielen. Es zeigt, welche Auswirkungen Borkenkäfer auf Bäume und den Wald haben, warum es unter bestimmten Bedingungen zu Massenvermehrungen kommen kann und wie die Nationalparkverwaltung damit umgeht. Dabei werden die wichtigsten Fragen rund um das Auftreten und den Umgang mit hohem Borkenkäfer-Aufkommen verständlich erklärt. (25.9.2018)


Waldentwicklung im Nationalpark Sächsische Schweiz

Das Video erklärt die Entwicklung von Naturwäldern im Nationalpark über lange Zeiträume. Es zeigt, dass Wälder sich im Laufe der Geschichte stark verändert haben, vor allem durch menschliche Nutzung sowie natürliche, wirtschaftliche und politische Veränderungen. Im Nationalpark gibt es heute noch wichtige Reste natürlicher und naturnaher Wälder, was sowohl an der vielfältigen Landschaft als auch an langjährigen Schutzmaßnahmen liegt.

Außerdem wird erklärt, was ein Naturwald ist:

  • Die Baumarten-Zusammensetzung ist weitgehend natürlich geblieben.
  • Der Wald wurde früher vom Menschen genutzt oder bewirtschaftet, teilweise wurde diese Nutzung später beendet.
  • Spuren der früheren Nutzung sind noch erkennbar, z. B. an der Verteilung der Baumarten oder an unterschiedlichen Altersstrukturen der Bäume.

Zum Schluss stellt das Video die Frage, wie sich der Naturwald über die Jahrhunderte verändert hat, und leitet damit zur historischen Entwicklung dieser Wälder über. (6.7.2018)